ć┘ą

Business goes Social Media II

Social Media wird bereits von vielen Unternehmen als neuer Kommunikationskanal genutzt. Dass dabei die
Trial-and-Error-Phase vorbei ist und man ein durchdachtes Konzept braucht, war eine von vielen Erkenntnissen der Business Circle Konferenz ┬╗Business goes Social Media II┬ź.┬áGernot Winter war dabei.

Die Konferenz fand Ende September im Austria Trend Hotel Savoyen im 3. Bezirk in Wien statt und war eine Neuauflage der erfolgreichen, gleichnamigen Konferenz im Februar. Die Inhalte waren teils dieselben, zum gro├čen Teil aber neu, schlie├člich hat sich auch im Bereich Social Media im vergangenen halben Jahr sehr viel getan. Waren im Februar noch viele Teilnehmer anwesend, die sich Fragen stellten wie ┬╗Was ist Social Media genau?┬ź, ┬╗Ist das f├╝r mein Unternehmen relevant?┬ź oder ┬╗Wie k├Ânnen wir das nutzen?┬ź, so hatten viele der teilnehmenden Unternehmen im September schon erste Erfahrungen gesammelt und suchten nun Antworten auf spezifische Fragen. Denn die Nutzung ist erstens nicht ganz einfach und zweitens mit viel Aufwand verbunden, das zeigte sich auch w├Ąhrend der Konferenz immer wieder.

Die Teilnehmer erlebten eine bunte Mischung aus theoretischen Fachvortr├Ągen, der Vorstellung von Best-Practice-Beispielen und Praxis-Workshops in kleinen Gruppen.

Durch Social Media werden viele Menschen von passiven Konsumenten zu aktiven Nutzern, zu Sendern von Botschaften. Die Kraft der Social Media liegt darin, dass wir ┬╗Nachrichten┬ź (z.ÔÇëB. Empfehlungen) von Freunden und Bekannten mehr vertrauen als solchen von gro├čen Medienunternehmen.

Um das als Vorteil f├╝r das eigene Unternehmen nutzen zu k├Ânnen, bedarf es einer Strategie, die unter anderem folgende Punkte umfassen k├Ânnte:

Zuh├Âren und Status quo erheben: Was wird ├╝ber das Unternehmen kommuniziert, direkt an uns und auch anderswo? Was passiert ┬╗da drau├čen┬ź? In welchem Social-Media-Kanal ist meine Zielgruppe?

Von Kunden herangetragene Probleme oder W├╝nsche auch wirklich l├Âsen bzw. erf├╝llen. Also nicht ein Beschwerde-Post auf der eigenen Facebook-Seite mit ┬╗Rufen Sie bitte unsere Hotline an!┬ź kommentieren.

Aktiv teilnehmen! Dazu braucht es allerdings erstens Ressourcen und zweitens Guidelines, an die sich die Mitarbeiter halten k├Ânnen/m├╝ssen.

Wichtig f├╝r jede Social-Media-Strategie ist, dass man sich nicht sofort Ergebnisse erwarten darf, sich also die Zeit geben muss, die es nun einmal braucht, damit sich die Kommunikation entwickeln kann. Nat├╝rlich gibt es nicht die eine Strategie f├╝r alle, die wko stellt aber auf ihrer Homepage ┬╗Social Media Guidelines┬ź f├╝r Klein- und Mittelbetriebe zur Verf├╝gung, die von Keynote-Speakern der Konferenz empfohlen werden.

Konkrete Tipps

Robindro Ullah (von DB Services, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn) gibt in seinem Vortrag konkrete Tipps zur Nutzung von Twitter, das ja in ├ľsterreich noch ein bisschen in der Journalismus-Nische steckt, aber momentan die am schnellsten wachsende Social-Media-Plattform ist:

Man muss auf seiner Twitter-Seite klar machen, worum es geht! Also eine sogenannte ┬╗Bio┬ź haben, in der steht, wer man ist und was auf dem Twitter-Kanal kommuniziert wird.

Es bedarf eines Redaktionsplans: Wann kommunizieren wir was?

Eine eigene Hintergrundgrafik sollte den Auftritt zieren.

Man sollte ermitteln, zu welchen Uhrzeiten die Zielgruppe den Kanal aktiv n├╝tzt und das Absenden der Tweets darauf abstimmen. Mit dem Tool ┬╗Futuretweet┬ź kann man zeitversetzt twittern. F├╝r die DB ist z.ÔÇëB. von 8.00 bis 10.00 und von 16.00 bis 20.00 Uhr ┬╗Rush Hour┬ź.

Er berichtet au├čerdem, dass ein gewisser Sog entstehe, wenn man eine bestimmte Marke an Usern ├╝berschritten hat: ┬╗Mehr und mehr kommen dann, man wei├č nicht genau, warum die kommen.┬ź So wie f├╝r alle Social-Media-Plattformen gilt auch f├╝r Twitter: Nicht die schiere Zahl der User, sondern erst die Interaktion bringt etwas.

Mag. Andrea Kostner (Wien Tourismus) gibt im Anschluss weitere Tipps und sagt, dass es in den Social-Media-Guidelines nicht um Verbote und Gebote gehen, sondern dass auf Nutzen und Gefahren hingewiesen werden solle, damit eine Sicherheit im Umgang gew├Ąhrleistet werde. Und zu den Inhalten: ┬╗Die einfachsten Postings bekommen oft die meiste Response.┬ź Und es geht ja um die Interaktion. Als Beispiele nennt sie ┬╗Einen sch├Ânen Sommer!┬ź oder auch ┬╗Ein sch├Ânes Wochenende!┬ź. Fotos und Videos wirken besonders stark, auch einfache Fragen generieren viel Kommunikation. Aber man muss nat├╝rlich stets aktiv dahinter sein: ┬╗Wenn man sich nicht intensiv engagiert, merkt man das sofort in der Beteiligung und auch im Ranking.┬ź Ein solches intensives Engagieren kostet nat├╝rlich Ressourcen.

Als einer der Schwerpunkte der Konferenz erweist sich die Einbindung der Mitarbeiter, immer wieder kommen Referenten darauf zu sprechen. Mitarbeiter sind f├╝r das Thema Social Media so wichtig, weil sie Kommunikatoren und Multiplikatoren sind. Mag. Gerald Czech vom Roten Kreuz berichtet: ┬╗Ca. 10ÔÇë% der Mitarbeiter kommunizieren via Social Media ├╝ber das Rote Kreuz, das sind 5ÔÇë000 Kommunikatoren!┬ź Das bringt nat├╝rlich einen Kontrollverlust mit sich. Man wei├č als Unternehmen gar nicht mehr, wer was wo ├╝ber einen sagt. Das war schon immer so. Neu ist aber, dass damit unter Umst├Ąnden sehr viele Menschen erreicht werden. Das Rote Kreuz hat daher eine Social-Media-Policy, die f├╝r alle gilt, erstellt und dabei einen Weg eingeschlagen, der sich als erfolgreich herausgestellt hat: Die Richtlinien wurden als Wiki aufgesetzt und es wurden alle eingeladen, diese mitzugestalten. Gerald Czech: ┬╗Nicht sehr viele haben mitgeschrieben, aber es z├Ąhlt die M├Âglichkeit, mitzumachen.┬ź Das Ergebnis wurde dann beschlossen und jetzt gilt es. Wenn jemandem daran etwas nicht gef├Ąllt, dann kann man sagen: ┬╗Bitte, da hat jeder mitarbeiten k├Ânnen.┬ź

Sollte man als Unternehmen auf von Mitarbeitern gepostete problematische Inhalte sto├čen, werden die betreffenden Mitarbeiter kontaktiert und gebeten, die Inhalte zu entfernen. Das funktioniert in den allermeisten F├Ąllen.

W├Ąhrend der Konferenz bekommen die Teilnehmer immer wieder auch konkrete Zahlen und Fakten genannt, so z.ÔÇëB., dass die Feedback-Rate der User je nach Umsetzung zwischen 0,05 und 2ÔÇë% liegt. Das hei├čt, wenn man auf ┬şFacebook 1ÔÇë000 Fans hat und etwas postet, kommentieren das vielleicht ein oder zwei, maximal aber 20 Personen. Aber nicht viele KMU haben 1ÔÇë000 oder mehr Facebook-Fans. Das erkl├Ąrt, warum manche Unternehmen das Gef├╝hl haben, ins Leere zu kommunizieren.

Uwe Knaus von Daimler erkl├Ąrt in seinem ausgezeichneten Vortrag die vielen Vorteile, die ein Unternehmens-Blog gegen├╝ber Plattformen wie Facebook und Twitter hat und gibt dabei auch viele Tipps f├╝r Social Media generell. Die wichtige Frage, wer f├╝r das Unternehmen auf den einzelnen Plattformen kommunizieren soll, beantwortet er so: ┬╗Wer ist Pressesprecher, wer kommuniziert mit der Presse? Ein Praktikant? Wenn ja, dann kann ich bei Blogs auch die Praktikanten ran lassen.┬ź Zu den f├╝r die Kommunikation notwendigen Ressourcen sagt er, dass gerade ein Medienwandel stattfinde. Das hei├čt, man kann von anderen Kan├Ąlen Ressourcen abziehen. Man braucht nicht mehr Mitarbeiter, es reicht, wenn man die bestehenden anders einsetzt. Agenturen kommunizieren zu lassen, sei ein Fehler: ┬╗Das ist nicht authentisch. Der Dialog kann nur von echten Menschen, die hinter der Marke stehen, gef├╝hrt werden! Das gilt auch f├╝r Facebook. Es hei├čt ja ┬şÔÇ║FacebookÔÇ╣ und nicht ÔÇ║BrandbookÔÇ╣ und wurde nicht f├╝r Marken, sondern f├╝r Menschen geschaffen.┬ź

Fazit

Die Konferenz vermittelte den Teilnehmern einen hervorragenden Einblick in die bunte Vielfalt von Social Media. Es war auch immer wieder klar zu erkennen, wie wichtig das Thema f├╝r Personaler ist (so z.ÔÇëB. im Workshop ┬╗Employer Branding┬ź). Am 15. November findet das Business-Circle-Fachseminar ┬╗Social Media f├╝r Personaler┬ź statt, von dem wir in unserer n├Ąchsten Ausgabe berichten werden.

www.businesscircle.at

There are no comments yet. Be the first and leave a response!

Leave a Reply

Wanting to leave an <em>phasis on your comment?

*

Trackback URL http://www.magazintraining.com/2011/10/17/business-goes-social-media-ii/trackback/