Speaker-Slam 2019

Das Grundformat war gegenüber den Vorjahren unverändert. 20 Speaker treten für jeweils 7 Minuten vor Jury und Publikum auf und mit ihren Reden gegen einander an. Wie schon 2015 und 2016 war der Veranstaltungsort diesmal wieder das Metro in der Wiener Innenstadt – und es war eine gelungene Rückkehr zu den Wurzeln. Vom grellen Licht zurück zur sanften Beleuchtung, vom lauten Violett der letzten Jahre zurück zum samtenen Rot, von der Halle mit Kongressstühlen zurück in den Saal mit den bequemen Kinosesseln. Das alles tut irgendwie gut und passt zu Wien. Das Helle, das Laute, das Wichtige, das Gigantische – dafür gibt es immer wieder vergleichbare Veranstaltungen in Deutschland. Für das Unaufgeregte, für das Sympathische ist man hier richtig.
Um 17.00 Uhr eröffnet Matthias Gruber als Moderator, begrüßt das Publikum, erklärt Regeln, Ablauf und Details des Speaker-Slam und stellt die Jury vor: Martina Kapral (Inhaberin der Potential AG), Isabella Krumhuber (Eventmarketing-Leiterin bei Leadersnet), Ali Mahlodji (Unternehmer, EU-Jugendbotschafter und Trendforscher), Georg Wawschinek (Rede-Experte und Mediencoach) und Christoph Wirl (Magazin TRAiNiNG). Jedes Jurymitglied sagt dann selbst ganz kurz, worauf sie oder er bei der Bewertung besonders achten wird. Und dann geht es auch schon los. In vier Fünferblöcken treten die Vortragenden in alphabetischer Reihenfolge auf. Und so erleben wir (das Publikum) ein Feuerwerk an Ideen, Tipps und Geschichten, werden zum Nachdenken angeregt, an manchen Stellen zum Lachen gebracht und lernen viel Neues. Wir sind bestürzt, wenn wir von persönlichen Tragödien, schweren Erkrankungen oder Selbstmordgedanken hören – und dann erleichtert, dass sich alles zum Guten gewendet hat und es gelungen ist, aus Schicksalsschlägen Kraft zu schöpfen.
Wir hören und sehen auf der Bühne:

  • den »Kulturhacker« Thomas Albrecht, der sagt, dass wir alles zur Zielerreichung hätten, wichtig sei, wie wir uns dabei fühlten, mit Leichtigkeit gehe es besser.
  • die Zahnärztin Kirsten Altvater, die mit einem sehr gelungenen Einstieg für Lacher sorgt und uns das Thema »Angst« näherbringt.
    Armin Bonelli, der seine Touch-Point-Analyse vorstellt und dabei erklärt, wie wichtig menschliche Beziehungen gerade auch im Business sind.
  • Hannes Buchhalt, der mit Nietenjacke und grüner Irokesenschnitt-Perücke für Radikalität steht, all das im Laufe seines Vortrags ablegt und uns Wege zum Erfolg zeigen will.
  • den Projektmanager Gerhard Friedrich, der uns vermittelt: fit bleiben (oder werden), andere gut behandeln, gelassen sein und nicht mit den eigenen Entscheidungen hadern.
  • Horst Joachimbauer, der uns mit seiner eigenen, durch schwere Krankheit gezeichneten Lebensgeschichte Mut machen will und dazu aufruft, sich selbst zu mögen.
  • den Unternehmer Andreas Kolos, der aufzeigt, wie Charisma glaubwürdig, attraktiv, sexy und erfolgreich machen kann und dass man Charisma erlernen kann.
  • Ulrich Kreutzer, der sehr unterhaltsam über Künstliche Intelligenz spricht und darüber, wie wir als Menschen und Gesellschaft damit umgehen können.
  • Angelika Mändle, die mit schöner, klarer Sprache sowie sehr guter Mimik und Gestik über VUKA spricht, dabei auch eine Rahmengeschichte einsetzt und uns Möglichkeiten aufzeigt, das Beste aus der VUKA-Welt zu machen.
  • die Anwältin Claudia Novak, die über den Umgang mit Angst spricht und dabei auch ein bisschen ihre eigene Geschichte erzählt, ihr Aufruf: Trauen wir uns aus unserer Komfortzone!
  • Wolfgang Posch, der erläutert, wie eine Diagnose sein so erfolgreiches Leben durcheinanderbrachte und er mit 45 Jahren feststellen musste, dass er nicht wusste, was er eigentlich vom Leben wollte – und wie er es geschafft hat, Antworten zu finden.
  • den Weltrekordhalter in verschiedenen Freitauch-Disziplinen Christian Redl, der einen sehr lustigen Einstieg in seinen 7-minütigen Vortrag findet, indem er sagt, dass er über 7 Minuten die Luft anhalten könne, das aber jetzt lieber nicht demonstrieren werde. Er empfiehlt uns, wieder richtig atmen zu lernen, denn wer das beherrsche, könne Angst und Stress wegatmen, sich in den Schlaf atmen und einiges mehr.
  • Christian Reitterer, der auf sehr aktivierende Art und Weise von drei magischen Kreisen erzählt, von inneren Ketten und unbeeinflussbaren Faktoren.
  • Hana Schindler, auf deren weißem T-Shirt »I will rock you« steht – und genau das versucht sie auch. Sie zieht sich die Schuhe aus, setzt sich auf den Boden, springt wieder auf, singt und tanzt. Ihre Message: Liebe dein Leben!
  • Rita Sohm, die einen witzigen und coolen Auftritt in rot-schwarzem Kostüm hinlegt, in dem sie über Kundenservice und die große Bedeutung von richtiger Reklamationsbearbeitung spricht.
  • Gerhard Steinberger, der anhand einer Geschichte aus dem Fußballsport demonstriert,  wie wichtig eine positive Erwartungshaltung an das Leistungspotenzial der Mitmenschen (Kinder, Schüler, Mitarbeiter) ist.

Nach einer kurzen Pause, in der das Publikum abstimmen kann und sich die Jury zur Beratung zurückzieht, werden dann die Preise verliehen:
Der Medien-Award geht an Jörg Mosler für seinen Vortrag über das Stärken der eigenen Arbeitgebermarke: Es gehe darum, Menschen anzusprechen und dazu sollte man ihre Emotionen ansprechen. Das untermauert er mit einer berührenden Geschichte über einen Flüchtling aus dem Irak, der in einem deutschen mittelständischen Unternehmen seine neue »Familie« gefunden hat.

Sehr gute Geschichten sind auch die Basis jener dreier Auftritte, die an diesem Abend aus den vielen guten Vorträgen hervorstechen: Den ­Gesamtpreis gewinnt der Radiomacher und Keynote-Speaker Bert Helbig für seinen Aufruf, in der Kommunikation mehr auf Flair und weniger auf Fakten zu setzen. Dazu erzählt er sehr anschaulich eine passende Geschichte über Ehepaare, Flitterwochen und Parfums. Wir seien in unserer Filterblase fakteninfiziert, -verseucht und -versaut. Information müsse richtig kommuniziert werden!

Den Publikumspreis (unmittelbar nach dem Auftritt des letzten Redners können alle ihre Stimme schriftlich abgeben) gewinnt Isabel Ines mit einer wunderbaren, auf Englisch vorgetragenen Story über das Treffen von Entscheidungen. Sie betritt die Bühne und – Kulturschock! Hier liefert eine Amerikanerin ein Performance ab, aber wie! Ihr durchchoreografierter Auftritt handelt von Freundschaft, Partys, Reisen, Liebe, Peinlichkeiten, Fehlern, Entscheidungen. Ihre Geschichte hat Hand und Fuß, Anfang und (ganz starkes) Ende und eine klare Message: »Indecision is the worst kind of decision.«

Der Agenturpreis geht an Maria-Theresia Schinnerl, die noch vor dem Betreten der Bühne aus dem Off wie eine Stewardess zu uns spricht und so von Anfang große Wirkung erzielt. Ihre wechselnde Kleidung passt jeweils perfekt zu dem, was sie gerade sagt bzw. repräsentiert. Ihre Geschichte über den zunächst sehr schwierigen Business-Class-Passagier auf Sitz 3C wird noch lange in Erinnerung bleiben. Die Erkenntnisse daraus führen direkt zu ihren Ausführungen über sensationellen Kundenservice und was es dazu braucht: Freundlichkeit, Empathie und Herzlichkeit. Das passt wunderbar – auch zu dieser Veranstaltung.

Bert Helbig fasst es in seiner Dankesrede sehr schön zusammen: »Die Speaker waren alle grandios, ich fühle mich geehrt und bin von diesem tollen Abend inspiriert.«

Christian-Steinbrenner-CHST5097

 

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Der Sieger des 5. österreichischen Speaker-Slams: Bert Helbig
Der Sieger des 5. österreichischen Speaker-Slams: Bert Helbig