Aufruf zum Handeln

Am 21. und 22. September fand im Gabrium der diesjährige Corporate Culture Jam statt. An diesen beiden wunderbaren Tagen drehte sich alles um das Thema Nachhaltigkeit.

Es war ein sehr, sehr sympathischer Kongress in Maria Enzersdorf südlich von Wien: sympathisch die Menschen, der Umgang miteinander und auch die Inhalte.
Gleich zu Beginn und schon bei der Begrüßung wird klar, worum es hier geht: um Nachhaltigkeit, also um nichts weniger als unsere Zukunft. Jeder Mensch und daher auch alle Anwesenden müssen etwas tun. Und zwar spätestens ab sofort, jetzt! Mit dieser Deutlichkeit und Eindringlichkeit ist das noch auf keinem HR- oder Corporate-Kongress in Österreich vermittelt worden. Und irgendwie war es genau dafür höchst an der Zeit.
Die Elemente des Corporate Culture Jam sind bunt und vielfältig: Impuls-Vorträge, Workshops, Jam Sessions, Keynotes, Diskussionsrunden, Zweier-Gespräche. Sie alle drehen sich um das Thema Nachhaltigkeit und können jedes für sich genommen, vor allem aber in ihrer Gesamtheit als Handlungsanweisung verstanden werden. Die Sustainable Development Goals der UNO (https://sdgs.un.org/goals) werden von Karin Krobath schon in ihrer Eröffnungsrede vorgestellt und dienen als Basis für viele interessante Inputs und Tipps zum Handeln.
In der ersten Keynote bezeichnet Rebecca Freitag (rebeccafreitag.com) die SDGs als Masterplan und ruft dazu auf, Aktionen zu planen und vor allem umzusetzen, die mehr als nur ein SDG bedienen. Dabei macht sie aber auch klar, welches das wichtigste der 17 Ziele ist: der Klimaschutz (SDG 13: Climate Action). »Wenn uns die Umwelt wegbricht, zerfällt auch alles andere«, warnt sie eindringlich und spricht vom »inneren Klimawandel«, den wir dringend brauchen: Es fehle uns aktuell die innere Haltung, die für Transformationen notwendig sei.
In der folgenden Keynote, wir sind immer noch am ersten Vormittag, lobt der Zukunftsforscher Stephan Grabmeier (stephangrabmeier.de) die SDGs, weil sie systemisch seien. Hervorragend anschaulich ist sein Badewannenbeispiel: Die Badewanne ist so gut wie voll (Klimakrise, manche systemische Kipppunkte sind bereits überschritten), der Wasserhahn ist ganz aufgedreht (der weltweite jährliche CO2-Ausstoß beträgt ca. 51 Gigatonnen). Wenn wir den Hahn nun kleiner drehen (den CO2-Ausstoß reduzieren), dann ist das natürlich besser, als gar nichts zu tun. Aber es reicht nicht! Es reicht einfach nicht, um das Überlaufen des Wassers zu verhindern. Dazu müssten wir den Hahn ganz abdrehen (den CO2-Ausstoß auf Null reduzieren). Das ist die Herausforderung, vor der wir als Menschheit stehen. Stephan Grabmeier ist daher überzeugt: »Die Zukunft von Unternehmen ist umweltneutral. Oder sie werden vom Markt verschwinden.«
Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas und bedrückender Nachrichten dürfen wir es an diesen beiden Tagen auch immer wieder lustig haben. Themen-Spaziergänge im Park, Spaß-Einlagen und Musik lockern auf, bringen uns zum Tanzen und zum Lachen.
Die Gedanken und Ideen, die auf uns einprasseln, sind unglaublich vielfältig. Josef Scheidl von brantner green solutions (brantner.at) stellt eine Frage für die Zukunft: Wem gehört der Müll? »Früher waren alle froh, wenn sie ihn los waren.« Schon bald werde Müll ein Rohstoff sein, für den bezahlt werden müsse. In Teilbereichen sei das jetzt schon so.
Götz Ardey von skyguide, der Schweizer Flugsicherung, gewährt uns Einblicke in die Luftfahrtindustrie, Doris Bösmüller von der gleichnamigen Druckerei leitet eine kurze Meditation an und ruft zu mehr Spiritualität in Unternehmen auf, und schließlich setzt Markus Hengstschläger mit seiner Abschluss-Keynote über Lösungsbegabung ein weiteres Highlight.
Danke fürs Wachrütteln! Es gibt viel zu lösen und viel zu tun. Jetzt liegt es an uns.

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