360° HR: Wo Wirkung entsteht

Die Human Impact Days brachten zusammen, was zusammengehört: Perspektiven aus HR, Führung und Organisation.

Zwei etablierte Formate, eine neue Marke: Mit den »Human Impact Days« (22. – 24. April 2026) hat Business Circle die »Power of People« und die »Personalentwicklung pur« unter einem Dach gebündelt. Rund 160 Teilnehmer fanden sich im Falkensteiner Balance Resort Stegersbach ein – mit dem Versprechen eines 360°-People-Managements in den parallelen Streams Leadership, Culture, Skills und Tech & Data. Die Botschaft: Von Human Resource zu Human Impact – weil Menschen den Unterschied machen.

Der NEXTGen-Tag als Auftakt

Bereits am 22. April lief der HR NEXTGen Fusion Day als eigener Auftakttag mit Banan Sakbani als Opening-Speaker und einem Programm rund um »HR 2030: Menschen, Macht & neue Spielregeln«. Am Abend trafen die jungen HR-Talente auf die erfahrenen Köpfe der bisherigen PoP-Community – jener intergenerationelle Austausch, der schon 2025 das Highlight war, ist damit fix verankert.

Der Reality Check

Die Eröffnungs-Keynote am ersten Konferenztag setzte den Ton für die kommenden Tage. Holger Bonin (Scientific Director, Institut für Höhere Studien) zeigte mit harten Daten, warum sich für HR aktuell alles ändert – und warum die Herausforderungen weiter wachsen werden. Schrumpfende Erwerbsbevölkerung, Fachkräftemangel und Produktivitätsdruck zwingen Unternehmen wie Politik zum Handeln. Bonins zentrale Hebel: konsequentes Employer Branding und gezielte Zuwanderung – idealerweise »ohne überzusiedeln«, etwa über strukturiertes Remote Working aus dem Ausland.

In der anschließenden Runde »Arbeitsmarkt 2030« diskutierte er gemeinsam mit Hella Riedl-Rabensteiner (Junge Industrie Steiermark), Markus Tomaschitz (VP Corporate HR, AVL List) und Nora Tödtling-Musenbichler (Präsidentin Caritas Österreich) unter der Moderation von Jana Eichmeyer (Partner, E+H Rechtsanwälte), wie Österreich aus der Schieflage zwischen Teilzeitfalle und Produktivitätsdruck herauskommt.

KI: Vom Spielbetrieb zum Use Case

Besonders dicht wurde es in der Paneldiskussion »Workforce on Fast Forward: Wie AI Jobs, Skills & Wettbewerbsfähigkeit neu sortiert«, moderiert von Rudi Bauer (Managing Director, WeAreDevelopers). Die Statements machten deutlich, dass der KI-Hype in der Realität der Personalabteilungen angekommen ist – mit allen Reibungsflächen.

Martin Stein (Head of HR, Hilti Austria) sprach offen aus, was viele HR-Verantwortliche derzeit erleben: »KI ist bei uns noch in der Pilotphase – eine echte Wirtschaftlichkeit ist bislang nicht erkennbar.« Ingrid Heschl (HR Lead, Microsoft Österreich) verortete die Branche an einem klaren Wendepunkt: »Wir stehen am Übergang vom Spielen mit KI hin zu echten Use Cases.« Das größte Hindernis sei dabei in den meisten Organisationen schlicht die Datenqualität. Simone Oremovic (Vorstand People & Culture, RHI Magnesita) verwies auf den oft unterschätzten Engpass im mittleren Management: »Wir müssen Führungskräfte befähigen, die KI-Strategie als großes Ganzes zu verstehen – sonst zerfällt jede Roadmap in Einzelinitiativen.« Florian Perteneder (Geschäftsführer, Therme Wien & VAMED Vitality World) brachte es auf den Punkt: »KI ist Chefsache. Es braucht klare Guidelines, laufende Schulungen und starke externe Partner – HR und IT allein werden das nicht stemmen.«

Innovative Formate

Das neue Forum setzt bewusst auf Formate jenseits der klassischen Keynote. In der »Challenge Safari« arbeiteten Teilnehmer in fünf parallelen Strängen an realen HR-Dilemmata – von Entgelttransparenz (Jana Eichmeyer, E+H) über Skills-Umbruch (Ann-Kathrin Cords & Lisa Rumpler, Wien Energie) bis zu »Personal-Ressourcen am Limit« (Ekaterina Chesnokova, Würth Group). Im »Walk the Talk/People Safari« ging es im Gehen und Dialog um Klarheit, Konfliktmuster und toxische Führung. In der »Executive Decision Clinic« wurden eigene Cases der Teilnehmer im strukturierten Peer-Setting bis zur tragfähigen Empfehlung verdichtet – moderiert u.a. von Bernd Allmer (Helvetia), Karin Bauer (DER STANDARD), Martin Stein und Ingrid Heschl. Madeleine Bauer-Eder (CHRO, IBM Österreich) lieferte mit »Humans in the Lead« einen vielbeachteten Impuls dazu, wie KI Arbeit neu ordnet, ohne den Menschen aus dem Fokus zu verlieren.

Den emotionalen Schlusspunkt des ersten Konferenztages setzte Benedikt Böhm (CEO Lupine Lighting Systems und Extremskibergsteiger) mit »Führen am Rand des Möglichen«. Ein Satz blieb bei vielen Teilnehmern hängen: »Wir unterschätzen, was wir langfristig erreichen können, und überschätzen, was wir kurzfristig schaffen.«

Networking bis tief in die Nacht

Was die PoP über Jahre zur Pflichtveranstaltung der heimischen HR-Community gemacht hat, lebt auch im neuen Format der Human Impact Days weiter: die besondere Atmosphäre des Abends. Den Auftakt machte ein stimmungsvoller Weinempfang, bei dem die ersten Eindrücke des Tages bei einem guten Glas in entspannten Gesprächen vertieft wurden. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen wurde quer durch Branchen und Hierarchien weiternetzwerkt – Tischgespräche, die oft erst beim Dessert so richtig in Fahrt kamen. Der Höhepunkt folgte später: die mittlerweile legendäre Party mit DJ, voller Tanzfläche und jenen Gesprächen, die man am nächsten Morgen am liebsten gleich weitergeführt hätte.

Der zweite Konferenztag

Stephan A. Jansen (Professor für Management, Innovation & Finance, Karlshochschule Karlsruhe) eröffnete den zweiten Tag mit dem Wake-up-Call »Uramaki HR« – einer pointierten Aufforderung an die HR-Community, ihre Wirkung stärker nach außen zu tragen.

In den parallelen Tracks zeigte im Anschluss Barbara Löffler (CHRO, TRUMPF Maschinen Austria) gemeinsam mit CEO Thilo Preß im Gespräch mit Robert Kovar, wie People Strategy auch in der Krise Business Reality trägt – ohne Kahlschlag. Katja Mlecka (ASFINAG) machte parallel deutlich, warum AI Literacy zum Schlüsselfaktor jeder KI-basierten Organisationsanalyse wird. Die anschließenden Use-Case-Streams reichten von KI-gestützter Personalentwicklung in der Volksbank Akademie (Jonas Höhndorf) bis zu »Talente & Kultur als Bewegung statt Eliteprogramm« (Julia Schwarz, HENN Connector Group).

Den Abschluss übernahm Roman Szeliga (Arzt & Humorexperte) mit dem humorvollen Vortrag »Herzschlagqualität im Zeitalter der KI – Fürs Leben muss man geboren sein!«.

Fazit

Die erste Auflage der Human Impact Days hat den Beweis erbracht, dass die Zusammenlegung von PoP und PEp mehr ist als ein Etikettenwechsel. Entstanden ist ein echtes Premium-Executive-Forum für strategisches People Management – mit klarer Haltung: People. Purpose. Performance. Zwischen wirtschaftlichem Druck, Fachkräftemangel und KI-Transformation wurde deutlich, dass HR nicht länger Verwalter von Ressourcen ist, sondern Gestalter von Wirkung. TRAiNiNG wird auch im April 2027 wieder dabei sein.

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