Auf der LEARNTEC 2026 zeigt sich, wie KI nicht nur Prozesse im digitalen Lernen optimiert, sondern die gesamte Lernkultur verändert.
Was sind die Highlights der LEARNTEC 2026? Welche Neuerungen gibt es im Vergleich zur LEARNTEC 2025?
Stefanie Ruf: In diesem Jahr haben wir die LEARNTEC deutlich umstrukturiert. Infolge der Pandemie hatten wir uns 2022 entschieden, die Gangbreite deutlich zu erhöhen. Zum damaligen Zeitpunkt eine notwendige Maßnahme. Nun sind wir auf den ursprünglich kompakten Aufbau der Fachmesse zurückgegangen: Konzentriert auf zwei Hallen, mit weniger Freifläche und schmaleren Gängen, dafür umso mehr Gelegenheit zum Austausch – an den Messeständen und den neu gestalteten Bühnen. Auch im Programm hat sich einiges getan: Eines meiner Highlights ist beispielsweise das Angebot an Masterclasses für einen selektierten Teilnehmerkreis mit tiefgehenden Insights und hohem Praxisbezug. Ebenfalls neu ist die Innovation Island: Sie bietet den Fachbesuchern ausgewählte Innovationen zum Ausprobieren und Kennenlernen.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte stehen dieses Jahr im Fokus?
Künstliche Intelligenz ist nach wie vor beherrschendes Thema. Für Lehrende bietet sie immense Zeitersparnis, beispielsweise bei der Erstellung von redaktionellen Inhalten. Lernende wiederum erhalten dank KI-Systemen beispielsweise Unterstützung bei ihrem individuellen Lernpfad. Aber natürlich sind auch immer aktuelle Entwicklungen und gesetzliche Vorgaben ein Thema an den Messeständen, auf den Bühnen und im Kongress, beispielsweise das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ebenso wie rechtliche Fallstricke bei der Nutzung Künstlicher Intelligenz. Gamification als zentraler Motivationsfaktor im digitalen Lernen steht ebenso im Fokus wie AR/VR als Möglichkeit, Lernen zum Erlebnis zu machen.
Ihr Claim lautet ja »Digital Learning meets AI«. Was können sich Teilnehmer darunter vorstellen?
Künstliche Intelligenz ist der große Trend im digitalen Lernen. Und dabei geht es nicht einfach nur um Large Language Models. Vielmehr sind die Einsatzmöglichkeiten, die KI bietet, immens gewachsen: Sie kann einen großen Teil automatisierbarer Aufgaben übernehmen, ist aber auch eine Hilfestellung bei der Kreation von Lerninhalten und der Auswertung. Werfen Sie nur einen Blick auf den Kongress: Gleich mehrere Vorträge nehmen sich dem Thema an – und das aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Am Dienstag geht es unter anderem um KI als Lernbegleitung. Der Mittwoch thematisiert KI-Agenten und die Befähigung im Umgang mit der neuen Technologie. KI und ihr Einsatz in der öffentlichen Verwaltung stehen am Donnerstag auf dem Programm.
Welche Keynote-Speaker und Themen sind besonders spannend?
Ich freue mich besonders auf Laura Overton und ihre Keynote mit dem Titel »The Disruption Advantage: Leading with Confidence in Uncertain Times«: Alte Führungsmodelle funktionieren nicht mehr in einer Zeit, die sich schnell wandelt, unsicher ist und geprägt von einem Höchstmaß an Technologisierung. Geradezu erschreckend aktuell ist der Kongress-Stream zu »Wissensvermittlung in Zeiten von Desinformation«. In drei Vorträgen gehen Experten der Frage nach, wie sich Fake-News erkennen lassen. Spannend ist auch Franz Strukeljs Keynote: Der Leiter der Group Academy von Volkswagen spricht zu »Skill-based Organization: Wie KI und Plattformmodelle Lernen verändern«.
Bei aller Technologie dürfen wir aber nicht vergessen, dass es immer noch der Mensch ist, der lehrt und lernt. Passend dazu widmet sich der Dienstagnachmittag dem Fokusthema »Gehirn und Lernen« mit einem Vortrag zu medikamentöser Leistungssteigerung und den Auswirkungen von Social Media aufs Gehirn. Die Keynote am Donnerstag hält Neurowissenschaftler und Autor Michaela Brohm-Badry – ihr Thema ist die »Positive Psychologie des Lernens«.
Danke für das Gespräch.




