Die Zukunft der Arbeit

Worauf es künftig im Personalmanagement ankommen wird

Die Zukunft der Arbeit ist in erster Linie eines: digital. Das bestreitet heute niemand mehr. Die Folge: Viele klassische, über Jahrzehnte hinweg gewachsene Unternehmensbereiche, stehen vor großen Herausforderungen – so auch das Personalmanagement. Insbesondere die Aspekte Talent-Suche, Training oder Fortbildung sind momentan von großen Veränderungen geprägt. Dabei geben technische Innovationen die Richtung vor.

Und diese fordern wiederum moderne Strategien, die das Personalmanagement hierfür entwickeln muss. Aber auch die Arbeitnehmer selbst haben sich verändert und verlangen mitunter zeitgemäße Bewerbungsmöglichkeiten oder Annehmlichkeiten wie Homeoffice. All das trägt in Summe zu einem umfassenden Wandel bei.

Hohe Erwartungen an das Personalmanagement

Kein Wunder also, dass die Erwartungen an das Personalmanagement hoch sind. Man könnte sogar sagen: Die Abteilung HR gestaltet die digitale Transformation eines Unternehmens aktiv mit und hat damit eine große Verantwortung.

Aber auch externe Faktoren spielen eine Rolle und machen es oft notwendig, das eigene Geschäftsmodell zu hinterfragen. Neben der Digitalisierung gehören dabei „Globalisierung“ und „Fachkräftemangel“ zu den größten Schlagworten unserer Zeit. Auch damit muss sich das Personalmanagement auseinandersetzen. So entwickelt sich etwa der Fachkräftemangel immer mehr zu einem umfassenden Arbeitskräftemangel in Deutschland, verstärkt durch die demografische Entwicklung. Die Anforderungen an die Arbeitgebenden steigen somit immer weiter, während sich die Anzahl an Talenten, die verfügbar sind, zeitgleich reduziert.

Richtige Software-Lösung finden

Werfen wir nun einen Blick auf das Thema „Software“. Fakt ist: Mittlerweile gibt es mehr als 1400 Anbieter von HR-Technologie-Lösungen, die fast alle Dimensionen des Personalmanagements abdecken. Hier nicht den Überblick zu verlieren und das beste Programm herauszufiltern, ist eine der Mammutaufgaben des Personalmanagements. Und dabei lässt sich feststellen: In vielen Firmen basiert die HR-IT-Landschaft auf der Software führender Anbieter wie SAP, Workday oder Oracle. Das heißt: In vielen Unternehmen sind diese Abo-basierten Lösungen bereits Standard. Darüber hinaus kann es von Vorteil sein, immer wieder die Fühler auszustrecken und für Neues offen zu sein.

Der Digitalisierungsprozess

Trotzdem gibt es nach wie vor Unternehmen, die in puncto Digitalisierung hinterherhinken. Oder aber es wurde ein passenderes Software-Paket ausfindig gemacht. Dann stellt sich die Frage: Wie soll dabei am besten vorgegangen werden und womit muss sich das Personalmanagement speziell beschäftigen? Zunächst ist es wichtig, Digitalisierungsinitiativen nicht als isolierte Handlungen anzusehen – vielmehr beeinflussen diese Maßnahmen das gesamte Unternehmen und müssen daher in Einklang mit den generellen Firmenzielen gebracht werden. Eine ganzheitliche Strategie ist somit notwendig, die sich in vier Schritten erarbeiten lässt:

  1. Im ersten Schritt sollten aktuelle Trends unter die Lupe genommen werden – und zwar mit all ihren Möglichkeiten, aber auch Risiken und Einschränkungen. Wie sieht das digitale Umfeld derzeit aus? Welche Möglichkeiten gibt es?
  2. Mithilfe dieses Wissens können Unternehmen im nächsten Schritt eine Zukunftsvision erstellen. Dabei sollten unbedingt Entscheidungsträger an der Diskussion beteiligt sein. In Workshops und mithilfe von Design-Thinking-Methoden fließt dabei aber auch die Erfahrung der Mitarbeitenden ein.
  3. Anschließend ist es möglich, Zielszenarien zu definieren, den erforderlichen Aufwand und den Zeitaufwand zu bestimmen.
  4. Am Ende entsteht eine digitale HR-Roadmap mit konkreten Digitalisierungsinitiativen, Datenmodellen und dem vorhandenen Budget. Dabei kommt der Technologie, die dafür integriert werden soll, eine große Bedeutung zu.

Vor welchen Herausforderungen steht das Personalmanagement?

In Summe ist das moderne Personalmanagement also keine leichte Aufgabe und vor allem ein Tätigkeitsfeld, das sich aufgrund der Neuerungen tagtäglich verändert. Eine rasche Auffassungsgabe, Flexibilität, Offenheit, aber auch ein respektvoller und vorausschauender Umgang mit der Ressource Mensch sind daher essentiell. Ebenso müssen Personalverantwortliche heutzutage fit in puncto Krisenmanagement oder Diversity-Management sein, eine gendergerechte Sprache beherrschen oder Unternehmensstrategien entwerfen können. Das Personalmanagement erarbeitet darüber hinaus Notfallpläne für Ausnahmesituationen, beispielsweise die Energiekrise. Gute Personalarbeit ist aber auch dann gefragt, wenn es darum geht, die Folgen großer Krisen abzufedern. Gerade in herausfordernden Zeiten ist es unabdingbar, dass das Personal dennoch zufrieden ist, schließlich sind die Mitarbeitenden die wertvollste Ressource, die ein Unternehmen hat. Ihr Know-how, ihre Veränderungsbereitschaft und ihre Leistungen sind ausschlaggebend für den Erfolg.

All das bedeutet wiederum, dass Mitarbeitende im Personalmanagement nicht nur eine passende Grundausbildung hierfür brauchen, sondern sich auch stetig weiterbilden und schulen lassen sollten, um am Ball zu bleiben. Die gute Nachricht: Da dieses Feld aufgrund des Fachkräftemangels und der sich verändernden Gesellschaft momentan zu Recht im Fokus steht, wurden auch viele Weiterbildungsmöglichkeiten geschaffen. So reicht die Palette mittlerweile von kürzeren Kursen bis hin zu Masterstudien, die sich ganz dem Thema „Personalmanagement“ widmen. Und vieles davon lässt sich heutzutage bereits neben dem Job absolvieren. Der Vorteil: Die aktuelle Karrierelaufbahn muss so nicht unterbrochen werden und das gewonnene Wissen kann sofort in das jeweilige Unternehmen einfließen.

Was ist im Personalmanagement der Zukunft wichtig?

Werfen wir nun noch einen Blick auf die Zukunft. In puncto Personalarbeit sind dabei drei große Trends zu verzeichnen:

  • Arbeitgebende müssen sich mehr auf die Arbeitnehmenden einstellen: Für Arbeitgebende wird es heutzutage immer schwieriger, passende Mitarbeitende zu finden. Deshalb müssen sie sich immer stärker an den Bedürfnissen, aber auch Forderungen potentieller Mitarbeitender orientieren. Und das geht mittlerweile längst über den obligatorischen Obstkorb hinaus. Gleichzeitig gewinnt die Reputation des Unternehmens selbst an Bedeutung – und dabei spielen auch Umwelt- und Klimaschutz eine immer bedeutendere Rolle. Für welche Werte steht ein Unternehmen? Und ist das glaubhaft? Die junge Generation wird dies überprüfen und darüber hinaus auch Themen wie Chancengleichheit, Vielfalt oder Bildung unter die Lupe nehmen. Das Personalmanagement muss dabei authentisch bleiben und mit kreativen und attraktiven Angeboten überzeugen. In Summe lässt sich also feststellen: Durch den Arbeitskräftemangel sind nun die Unternehmen diejenigen, die sich bei den potentiellen Mitarbeitenden bewerben müssen.
  • Nachhaltige Personalarbeit für langfristige Perspektiven: Attraktive Jobangebote gibt es überall – die Konkurrenz ist groß. Daher ist es wichtig, dass Unternehmen eine langfristige Perspektive zu bieten haben. Das kann durch nachhaltige Personalarbeit Das bedeutet, dass ein Unternehmen auch verstärkt auf das bereits vorhandene Personal setzt, Talente fördert und allen die gleichen Chancen bietet. So können sich gerade junge Talente entfalten und ihren Platz im Unternehmen finden.Das heißt auch, dass die Mitarbeitenden Freiräume bekommen, flexibler arbeiten können, und zwar auch bei der Schichtarbeit und in Bereichen wie Logistik, Produktion und Pflege. Teilweise bieten Unternehmen schon Möglichkeiten zur Selbstorganisation, sodass die Mitarbeitenden selbst für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sorgen können. Das macht das Team nicht nur zufriedener, sondern auch produktiver.
  • Quereinsteigern eine Chance geben: In der eigenen Belegschaft finden sich oft versteckte Talente – vorausgesetzt, man macht sich auf die Suche. Gute Personalarbeit richtet ihr Augenmerk daher auch auf Menschen, die sich neu orientieren wollen. Personalmitarbeitende bieten diesen Menschen passende Qualifizierungsmöglichkeiten zur Unterstützung an und rekrutieren so ihre eigenen Fachkräfte. Und das ist wichtig, denn die externe Personalsuche ist sehr schwierig geworden. Interne Mobilität kann daher oft der Schlüssel zum Erfolg sein.

 

 

 

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